Verlag: Jacoby & Stuart 2009Das jüdische Mädchen Lieneke van der Hoeden ist sechs Jahre alt,
als deutsche Truppen 1940 die Niederlande besetzen. Als die Judendeportationen
beginnen, beschließt die Familie unterzutauchen. Lieneke,
die Jüngste von vier Geschwistern, kommt nacheinander bei
verschiedenen Familien unter, die das Mädchen unter großer Gefahr
für ihr eigenes Leben vor den Häschern der Nazis versteckt halten.
Dabei nimmt sie verschiedene Identitäten an, mal katholisch, mal
protestantisch. Natürlich vermisst Lieneke ihre Familie, ist traurig und
fühlt sich allein. Bis eines Tages ein Brief ihres Vaters eintrifft. Insgesamt
neun Briefe in Form kleiner Heftchen hat Jacob van der Hoeden
seiner Tochter bis zur Befreiung der Niederlande heimlich zukommen
lassen, um Lieneke das Gefühl des Verlassenseins zu nehmen.
Jacob van der Hoeden und seine Kinder überleben und emigrieren
nach Ende des Krieges nach Israel, wo Lieneke, inzwischen 75 Jahre
alt, noch heute lebt.
Die Hefte
In diesen wunderschön illustrierten Briefen erzählt der Tierarzt Jacob
van der Hoeden fröhlich, leicht und hoffnungsfroh von den Dingen
des Alltags, berichtet – verschlüsselt – über die Neuigkeiten der
Familie und nimmt Anteil am Tun und Werden seiner Tochter. Die
französische Schriftstellerin Agnès Desarthe hat die Heftchen im
Kindermuseum Yad LaYeled in Israel entdeckt, und erzählt in einem
zehnten Heft die Geschichte, die sich dahinter verbirgt, aus dem
Blickwinkel der kleinen Lieneke.
So sind die kleinen Hefte im Schmuckschuber nicht nur ein wunderbares,
anrührendes Dokument des Widerstands, voller Poesie
und väterlicher Zärtlichkeit, sondern auch ein geeignetes Mittel, um
kleinen Kindern die Geschichte der Judenverfolgung im 2. Weltkrieg
altersgerecht nahe zu bringen.